Ganz schön was los im neuen Marktraum!
Freitag, 21. November 2025 um 11:30 Uhr – eigentlich noch 1 ½ Stunden Zeit bis zur offiziellen Eröffnung aber schon jetzt war der neue Marktraum sehr gut besucht.
Marktraum – Waldviertel in WIen: Bio-Fleischrei Waldgut
Marktraum – Waldviertel in WIen: Bio-Fleischrei Waldgut
Die Dachterrasse
Bevor ich mich ins Getümmel gestürzt hab, hat mich die Dachterrasse gelockt, weil ich die ja noch nicht kannte. Und ich muss sagen, sehr gelungen!
Viel Platz, eine Menge Sitzgelegenheiten, teilweise beschattet, sogar Platz für Grünpflanzen (die sehen zwar jetzt noch ein bisserl verkümmert aus, aber das wird schon…).
Der Blick von der Terrasse ist toll. So sieht man den Naschmarkt eigentlich nur, wenn man Bewohner eines der angrenzenden Häuser ist. Ich hab’s genossen.
Dann meine Guides getroffen und auf geht’s.
Naja, noch nicht ganz, denn als erstes läuft uns gleich mal Gianni von Fratelli Valentino in die Arme, den ich von der „Tartuffo Totale“ und der „Mortadella totale“ im Ballhaus im Herbst schon kenne. Ein Super-Typ, fröhlich, strahlt italienisches Lebensgefühl aus – mit einem Glas Prosecco und einer Zigarette in der Hand und strahlendes Lächeln im Gesicht. Da ist man gleich noch besser gelaunt J.
Aber jetzt – auf in den Marktraum.
Die Schilder an den Eingängen heißen einen herzlich Willkommen und geben einen Überblick wo man was bekommt. Gute Hilfe und Orientierung.
Fratelli Valentino – Käse nach italienischer Machart
Warum nicht aus Italien? Ganz einfach! Weil die Brüder Gianni und Pasquale den Käse selbst produzieren – und zwar in Wien im 9. Bezirk.
Stracciatella – nein, kein Eis sondern das Innenleben von Burrata. Das hat’s mir angetan! So fein, so köstlich, unglaublich, und keine „Haut“ drumherum.
Die Burrata selbst ist natürlich auch ein Gedicht, aber das Innere mag ich noch lieber.
Den Ricotta kenn ich schon – der ist einfach genial! Muss man probieren.
Bocconcini und Mozarella sowie ein Scamorzza mit und ohne Trüffel sind so die Highlights.
Wer also frischen italienischen Käse liebt, für den ist dieser Stand ein Muss.
Mosers Wildfang
Gleich neben den Brüdern lernen wir Alex und seine Fische aus dem Millstätter See kennen. Die auf Matjes gemachte Reinanke ist sowas von zart, dass man sie einfach mit der Zunge am Gaumen zerdrücken kann.
Dass er neben geräucherten und gebeizten Fischspezialitäten auch noch Frischfisch aus Österreich wie Forelle, Zander, Stör, Amurkarpfen und Wels anbietet, ist auch eine willkommene Abwechslung von den aus dem Meer gefischten Fischen…
Blün – Fisch und Gemüse
Weil wir schon bei Fisch sind – es gibt schräg gegenüber gleich nochmal Fisch. Und zwar Wels aus Wien. Was das Besondere an Blün ist? Die Aquaponik! Was’n das? Schnell erklärt:
Aquaponik ist ein nachhaltiges System, das die Fischzucht (Aquakultur) und den Pflanzenanbau (Hydroponik) in einem gemeinsamen Wasserkreislauf kombiniert. Abfälle der Fische liefern Nährstoffe, die von Bakterien in Pflanzennährstoffe umgewandelt werden. Die Pflanzen nehmen diese Nährstoffe auf und reinigen gleichzeitig das Wasser für die Fische, wodurch ein geschlossener Kreislauf entsteht, der Wasser spart und den Einsatz von Dünger vermeidet. Und das schmeckt man!
Wels hat ja ein sehr festes, helles Fleisch und eignet sich hervorragend zum Braten. Ich liebe ihn zB in Kleineren Stücken umwickelt mit Speck und sanft gebraten – eine Geschmacksexpolosion!
Der geräucherte Wels ist auch einen Versuch wert. Allerdings empfehlen wir hier den „Black Label“, weil der als ganzer Fisch geräuchert und erst danach die Filets geschnitten werden. Dadurch bleibt er weicher und saftiger…
Und was passiert mit den Fischabfällen? Ganz entsprechend der Philosophie der Aquaponik werden auch die weiterverarbeitet und zwar zu Garum! Kannten schon die alten Römer als Würzsauce, sozusagen das Maggi des Altertums.
Abolut begeistert hat und der Leberkäse aus Wels. Wenn uns Michael, einer der Gründer, nicht gesagt hätte, dass da kein Fleisch, kein Fett, etc. zugesetzt ist und der Leberkäse zu 100 % aus Wels ist – wir hätten’s nicht geglaubt. Schmeckt einfach köstlich. Und ich als Leberkäs-Junkie kann das wirklich beurteilen!
Das Gemüse, vor allem Paradeiser und Paprika schmeckt ausgezeichnet. Kann man frisch kaufen, wird aber auch weiterverarbeitet, zb zu Ketchup, diversen Aufstrichen, etc.
Bäckerei Sorger
„Sorger kennt man,“ – so der Karl, „kommt aus der Steiermark“. Gut, da hatte ich eine Bildungslücke, die ist jetzt geschlossen.
Wunderbare Sauerteig-Brote und noch großartigere Bäckereien. Die Polsterzipf auf Butter-Blätterteig, gefüllt mit Himbeermarmelade – wie von meiner Oma. Kindheitserinnerungen werden wach …
Sehr fein auch, dass verschiedene belegt Brote zum da essen oder Mitnehmen angeboten werden. Endlich mal wieder „österreichische“ Snacks / Pausenbrote am Markt. Das hat gefehlt.
Bioschanze Hut + Stiel
Wer kennt sie nicht die Schwammerlzüchter aus Wien ;-).
Neben den Kulturen bekommt man natürlich auch „fertige“ Pilze, darunter so ausgefallene wie zB den Igelstachelbart.
Frisches Gemüse ist auch hier ein großes Thema und sieht sehr verlockend aus.
Käsehütte Maria Taferl
Kennern längst bekannt und endlich auch am Naschmarkt zu finden. Neben den verschiedenen Hartkäsen, die geschmacklich sehr gut gelungen sind, hat’s uns besonders der Löffel-Gorgonzola angetan.
Kommentar meiner Schwester „endlich brauch ich nicht mehr in die Markterei zu fahren für guten Käse.“
Röstraum Kaffeerösterei
Liebevoll von Hand frisch gerösteter Kaffee aus Wien.
Ja, Röstereien gibt’s in Wien einige, aber die hier ist besonders fein.
Der Kaffee kommt aus aller Herren Länder, also wirklich von Ländern rund um den Globus. Na gut, gewachsen in Amerika, Afrika, Asien, geröstet in Europa, ist schon mal eine gute Mischung.
Die einzelnen Sorten sind geschmacklich sehr gut beschrieben. Da ist für jeden was dabei.
Und die Kostprobe? Ein Espresso wie in Italien – mehr braucht man, glaub ich, nicht zu sagen.
Unverschwendet
Unser Favorit! Ein echtes Highlight für alle, die Lebensmittelverschwendung nervt.
Denn Unverschwendet nimmt Lebensmittel – Obst und Gemüse -, das zu viel ist oder das nicht mehr ganz so schön ist und macht daraus Köstlichkeiten!
Und da man das nicht immer planen kann und auch nicht nur ein paar Kilo daherkommen sondern gleich mal ein paar Tonnen, ist Flexibilität unbedingt notwendig.
Und da geht’s ans Eingemachte – in seiner besten Form! Fruchtaufstriche, Säfte, Sughi, Pestos – oft in ungewöhnlichen Kombinationen aber immer gut!
Zu kosten gab’s ungewöhnliche Quiche-Kreationen, zB Tomate-Mozzarella (Gut, das kann man sich noch vorstellen) aber ein Quiche-Topping mit Grünkohl? Sehr würzig und gut!
Für Naschkatzen gab’s auch Cheese Cakes mit Marille-Vanille oder mit Erdbeer-Zotter. Mmmhhh, köstlich!
Danke an alle Mitarbeiter für diese Idee und das Engagement, das wir großartig finden.
28Lots Schokolade
Ein Augenschmaus! Probiert haben wir nicht, weil wir einfach nicht mehr konnten. Aber sicherlich eine Sünde wert J
Brotzeit k.u.k. Greißlerei
Spezialitäten aus den verschiedenen Kronländern der ehemaligen Donau-Monarchie. Die Kaminwurzen waren köstlich! Und das Angebot an frischen Focaccia wechselt täglich. Besonders spannend: eine Focaccia mit Gulasch-Füllung!
Brutal gut Gastronomie
Sind ja keine Unbekannten mehr, haben sie in Wien doch nicht nur einen Standort.
Der Café (mein Espresso) jedenfalls war so wie er sein soll: leicht bitter, stark, schwarz, heiß!
Dolls Gärtnerei
Eine Augenweide!
Wer außergewöhnliche Blumen oder das Besondere sucht, ist hier sicher an der richtigen Adresse.
Das Resümee
Wir waren echt überrascht!
Von der Architektur – denn der Raum ist sehr hell, freundlich und bietet ausreichend Sitzgelegenheiten und Raum, dass man sich bewegen kann.
Von der Terrasse – die sehe ich schon ziemlich belebt und bevölkert im Sommer.
Von der Auswahl der Stände – österreichische (Bio-)-Betriebe am Naschmarkt – die sind eine echte Bereicherung und Freude!
Unbedingt besuchen – wohl bekomm’s und Prost!
Gabriele Klima und das GTOUR-EsspertenTeam
Quellennachweis:
eigene Erfahrungen der Autorin und der Essperten
Fotocredits Titelbild: Stadt Wien/Markus Wache
Fotocredits: Gabriele Klima















