Beschränkte Auswahl, nur Rüben oder bitter?

 

Mit diesem Irrglauben werden wir heute gründlich aufräumen, denn es gibt ganz viel Gemüse, das im Winter geerntet werden kann und das nicht nur gut – und auch nicht bitter – schmeckt und noch dazu jede Menge Vitamine liefert.

 

Gehen wir’s leicht an – mit Salaten oder Blattgemüsen, denn da gibt’s gar Feine!

 

 

Die Bittersalate kommen üblicherweise nicht aus dem Glashaus, einige sind aber aus dem Folientunnel.
Manche vertragen sogar Temperaturen bis zu -20 °C.

 

Zuckerhut
Nein, nicht der in Rio de Janeiro! Sondern der frisch vom Feld!
Er heißt zwar Zuckerhut, ist aber alles andere als süß! Im Gegenteil: er ist eng mit dem Endivien-Salat verwandt und schmeckt bitter. Das muss man mögen …
Allerdings sind die Bitterstoffe sehr gesund und wichtig für zB Leber und Galle zum entgiften.
Sie können aber auch mit diesen Tipps dem Zuckerhut seine Bitterkeit nehmen:

  1. Kochen
    Kurz in kochendes Salzwasser, gut abtropfen lassen und ordentlich ausdrücken.
    Sie können ihn dann gleich weiterverarbeiten.
  2. In Wasser einlegen
    die klassische Methode – auslaugen.
    Dazu den geschnittenen Zuckerhut für 4-5 Minuten in lauwarmes Wasser legen, gründlich abtropfen lassen und schon können Sie wunderbare Gerichte daraus zaubern.
  3. Anrichten mit Essig & Zucker
    geben Sie etwas Essig an die Salatblätter und der bittere Geschmack lässt etwas nach. Außerdem könnten Sie auch etwas Zucker ins Dressing geben, was ebenso die Bitterkeit neutralisiert.

Und wer den Zuckerhut gern mal warm genießen möchte, für den gibt’s hier Zuckerhut-Cannelloni

 

Radicchio
Ist mit seinen oft weinroten und feinherben Blättern fester Bestandteil der italienischen Küche – und mittlerweile auch bei uns.

Palla rossa
Wohl der Bekannteste ist er rund, fest und dunkelrot mit weißen Rippen.

Radicchio rosso tardivo di Treviso
Besonders beliebt ist diese Sorte in der italienischen Küche. Der Tardivo ist am wenigsten bitter, besonders im rohen Zustand ist der Geschmack mild und frisch, die Textur seidig zart und gleichzeitig besonders knackig. Beim Braten und Grillen entwickelt er ein kräftigeres Aroma mit einer angenehm leichten Bitternote.
Hier haben wir uns wieder ein Rezept der Kochgenossen als Tipp geholt: Risotto mit rotem Radicchio

Castelfranco, vulgo „Orchideen-Salat“
Sehr hell von gelblich bis grün mit rosa bis dunkelroten Einsprengseln wie eine Orchidee kommt er daher und man könnte ihn von der Form her fast mit einem Kopfsalat verwechseln. Unverwechselbar ist er jedoch im Geschmack; da besticht er durch sein mildes Aroma.
Außerdem wird ihm ein positiver Einfluss auf die Verdauung und das Blutbild nachgesagt.

 

Pflücksalate

Nur der Vollständigkeit halber nennen wir hier den Vogerlsalat oder auch Feldsalat. Wir denken, er ist hinlänglich bekannt.

Portulak

Bildquelle + Fotocredit: https://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/salat/portulak

 

 

 

Schon viel weniger bekannt – zu Unrecht meiner Meinung nach – hat er eine wunderbare, erbsig-grasige Note, die jedem Blattsalat einen frischen Kick gibt.

Wem „Nur-Salat“ im Winter zu kalt ist – hier gibt’s Abhilfe mit „warmen“ Rezepten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rucola
Auch dieser Salat ist gut bekannt und besticht durch sein nussiges, manchmal leicht scharfes, weil senfölige Inhaltsstoffe, Aroma.

Spinat
Am besten gedeiht Spinat, wenn die Tage etwas kürzer und die Nächte dafür länger werden. Und das schmeckt man.
Die Sorte Matador – viel süßer weil die Pflanze im Winter Zucker einlagert, quasi als eigener Frostschutz.
Passt auch sehr gut in Salate, aber auch in Butter, Schalotten und Knoblauch geschwenkt ist er eine Delikatesse.

Asia-Salate
Sie sind form- und farbenreich, ihre breite Geschmackspalette reicht von mild bis scharf. Durch ihre Kältetoleranz können sie auch im Winter geerntet werden. Asia-Salate sind eigentlich Kohlsalate und stammen, wie der Name schon vermuten lässt, aus der asiatischen Küche, vor allem Südostasien und China.
Beliebte Asia-Salate sind Mizuna, Blattsenf ‚Red Giant‘ und ‚Wasabina‘, Komatsuna, Pak Choi.

 

Womit wir eine wunderbare Überleitung zu den Kohl-Gemüsen haben.

aber das ist eine andere Geschichte …
Lesen Sie weiter in Teil II!

 

 

Kresse und Sprossen

Ich schätze sie, weil sie Farbe und Geschmack in die Winterküche bringen – und echte kleine Nährstoffbomben sind. Mehr dazu lesen Sie in unserem Blogbeitrag „Sprossen – köstlich + gesund

Sprossen – köstlich + gesund

 

 

Bitterstoffe

Zu guter Letzt kommen wir noch zu den Bitterstoffen, die uns (leider) häufig vom Genuss von Wintergemüse abhalten. Mit Bitterstoffen schützen sich die Pflanzen vor Fressfeinden. Uns tun sie gut.

Bitterstoffe sind gesund.
Sie wirken antientzündlich und immunregulierend, in den Bronchien etwa gegen Asthma. Bitterstoffe fördern vor allem aber eine gesunde Darmtätigkeit. Sie machen das Essen verträglicher, fördern den Speichelfluss und die Sekretion von Verdauungssäften. Und das bittere Aroma gilt als wahrer Schlankmacher.
Quelle: www.reformhaus.de

Bitterstoffe wirken positiv auf unsere Organe.
Gallenfluss, Lebertätigkeit, Magensekretion, Bauchspeicheldrüsen-Funktion bis hin zur Blutbildung werden positiv beeinflusst. Zudem wird eine Wirkung auf andere Organe, die über Bitterstoff-Rezeptoren verfügen ausgeübt, zum Beispiel auf Lunge und Haut.
Quelle: www.weleda.ch

Wofür sind Bitterstoffe gut?
Bitterstoffe sind sehr gesund, da sie viele positive Effekte auf den Körper haben. So helfen sie unter anderem bei Übelkeit, gegen Bakterien, unterstützen die Verdauung und sind auch richtige Fatburner. In vielen Lebensmitteln stecken die gesunden Bitterstoffe
Quelle: www.eatsmarter.de

 

So, das war’s mal etwas ausführlicher zu den Wintergemüsen. Die Jahreszeit ist gar nicht so grau und langweilig, wie oft behauptet wird – nicht wahr?
Also lassen Sie es sich schmecken und wie immer – ein herzliches

 

Wohl bekomm’s!

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