Beschränkte Auswahl, nur Rüben oder bitter?

 

Mit diesem Irrglauben werden wir heute gründlich aufräumen, denn es gibt ganz viel Gemüse, das im Winter geerntet werden kann und das nicht nur gut – und auch nicht bitter – schmeckt und noch dazu jede Menge Vitamine liefert.

In Teil 1 haben wir uns den Salaten und Blattgemüsen gewidmet.

Heute geht’s weiter mit den Kohl-Gemüsen. Und die sind ebenfalls sehr abwechslungsreich und vielfältig!

 

Womit wir einen wunderbaren Einstieg zu den Kohl-Gemüsen haben …

 

 

Pak Choi / Bok Choi / Senfkohl
Jeder Asia-Markt, der frische Ware anbietet, führt ihn und mittlerweile bekommt man den chinesischen Kohl (nicht zu verwechseln mit China-Kohl!) auch immer öfter auf Märkten.
Sehr mild mit einer ganz leichten Krennote, schmeckt er mir am besten entweder halbiert oder in Stückchen geschnitten, einfach in Öl mit Knoblauch, Ingwer und eventuell Chili sautieren.
Oder wenn’s noch ein Rezept sein darf: Gedämpfter Pak Choi mit Knoblauch-Ingwer-Sauce
Darf’s ein bisserl mehr sein? Hier finden Sie weitere 13 Pak Choi-Rezepte

Tatsoi
Da hast sich doch glatt was Neues eingeschlichen, das ich bisher noch nicht kannte. Selbst Wikipedia war nicht sehr ergiebig, was Tatsoi betrifft.
Im Selbstversuch stellt sich heraus: enthält Senföle, die sich in einer leichten Krennote bemerkbar machen und somit ein „Gemüse mit Charakter“. Der Geschmack ist herrlich – leicht süß-sauer, würzig und erfrischend. Die tiefgrüne Farbe und löffelähnliche Form der knackigen Blätter machen dieses Blattgemüse auch zu einem Augenschmaus.
Gut geeignet zum roh essen im Salat oder kurz in der Pfanne sautieren (zB mit ein bisschen Knoblauch oder Ingwer, Karottenstifterl, eventuell Chili).
Bei der Ernte sollte es keine allzu tiefen Minus-Grade haben, da bei -5 °C die Zellen aufbrechen und wenn sie dann wieder auftaut, wird das Blatt lappig (oder lädschert wie der Wiener sagen tät).
Sie hätten gerne ein Rezept für Tatsoi? Voilá – hier finden Sie Tatsoi Glasnudel-Salat mit Hühnchen und Cashewkernen asiatisch

Der „klassische“ Kohlkopf
Ob rot oder weiß, immer ein Genuss, vor allem ein gesunder Genuss!
Kohl enthält eine Menge an Vitamin C und hat einen hohen Mineralstoffgehalt.  Beim Kochen entwickelt er einen ganz eigenen, unverkennbaren Geruch. Vor 100 Jahren – zu Basena-Zeiten – wusste man immer genau, wer grad Kohl kocht …

Weißkohl vulgo Weißkraut
Wann haben Sie das letzte Mal Kohl- / Krautrouladen gekocht? Oder frisches Sauerkraut?
Wäre eine gute Idee, denn der Weißkohl enthält Senfölglycoside, denen man eine antibiotische Wirkung zuschreibt.
Und das Sauerkraut unterstützt Ihre Darmbakterien…

Grünkohl
… bin ich zum ersten Mal bei unseren norddeutschen Nachbarn begegnet – am Isemarkt in Hamburg. Verkauft werden sie entweder direkt noch am Stiel (riesige Stängel) oder wie bei uns die Blätter als Büschel zusammengefasst. Nicht ganz billig, aber köstlich!
Probieren Sie doch mal Grünkohl-Chips! Die Blätter in kleinere Stücke zerreißen, auf einem Backblech auf Papier ausbreiten, etwas Olivenöl und Fleur de Sel drüber und für ca. 20 Minuten ins Rohr. Schlägt geschmacklich herkömmliche Erdäpfel-Chips meiner Meinung nach um Längen! Und ist gesund.
Chips allein sind Ihnen nicht genug? Kein Problem. Hier finden Sie 90 leckere Grünkohl-Rezepte.

Schwarzkohl (auch Palmkohl)
Ist besonders aromatisch und ist häufig und viel in der italienischen Küche zu Hause.
Am bekanntesten in einer klassischen Minestrone mit allerlei Gemüse, Speck, Zwiebel und Knoblauch.
Hier gibt’s ein wunderbares Rezept für Minestrone alla Romagnola von den Kochgenossen.

Kohlsprossen
Ende Mai / Anfang Juni werden die kleinen Pflanzen (ca. 10 cm hoch) gesetzt und brauchen dann ca. 110 Tage zur Reifung. Kein Wunder, dass sie als Wintergemüse bekannt sind und! man kann sie auch bei Minusgraden ernten. Gesund, vitaminreich, viel Arbeit beim putzen, aber immer köstlich!
Ich mag sie am liebsten einfach gedämpft (bitte nicht in Wasser kochen, gedämpft bleiben viel mehr Inhalts- und Geschmacksstoffe erhalten) mit zerlassener Butter und etwas Meersalz. Unser Genuss-Michl bevorzugt sie mit Speckwürferl angebraten zum Steak.
Ein schönes Stimmungsbild, das uns Robert vom Krautwerk (Samstag Vormittag am KarmeliterMarkt) mitgegeben hat: stellen sie sich eine verschneite Winterlandschaft vor und da ragt diese „Blume“ als frisches Grün heraus, während sich die Sprossen an den Stamm klammern…

Zierkohl
Von der Vase in die Pfanne!
Früher gab’s den ja (fast) nur im Blumenhandel, jetzt hat man ihn als Gemüse mit ganz feinem, nussigen Geschmack für die Küche (wieder) entdeckt. Die „weiße“ oder die „rote Feder“ schmecken so am besten: wenig Öl in der Pfanne erhitzen, kurz sautieren, wenig Wasser dazu geben und 2-3 Minuten weiter köcheln lassen. Eine wunderbare Gemüse-Beilage!

Kohlrabi
Kennen Sie – meinen Sie.
Aber ist Ihnen auch die Sorte Superschmelz bekannt? Hat die Größe eines Kindskopfs und kann bis zu 3 kg schwer werden. Wer jetzt annimmt, dass sie holzig ist, irrt. Die Superschmelz ist bis zu 3 Monate lagerfähig, und sehr süß im Geschmack. Wer bis hierher gelesen hat, weiß warum: weil die Pflanze in der kalten Jahreszeit mehr Zucker einlagert, sozusagen als hauseigenen Frostschutz.
Übrigens – verwenden Sie auch die Blätter! Sie haben gegenüber der Knolle einen rund doppelt so hohen Gehalt an Vitamin C, der Gehalt an Carotin beträgt das 100fache, der an Calcium und Eisen das 10fache!
Köstlich schmeckt sie roh genossen oder als „Wiener Kohlrabi“. Dazu hier das Rezept der Kochgenossen

 

So, das war’s mal etwas ausführlicher zu den Kohl-Gemüsen. Die Jahreszeit ist gar nicht so „blaß“ und langweilig, wie oft behauptet wird – nicht wahr?
Also lassen Sie es sich schmecken und wie immer – ein herzliches

 

Wohl bekomm’s!

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